Ein Uhrwerksbauteil wird durch Zeichnung und Kaliber definiert. OVEL sucht Schweizer Hersteller für die erforderliche Prozessfolge: Décolletage, Nachbearbeitung, Verzahnung, Behandlung, Finissierung und Prüfung. Drehen erzeugt unter anderem Rohlinge und rotationssymmetrische Flächen; Verzahnungen, Speichen oder elastische Funktionen können andere Verfahren erfordern. Die französischen Fachbegriffe erleichtern den Abgleich mit Zeichnungen aus der Romandie.
01Federhauswelle — arbre de barillet
Lagerstellen, Absätze und Antriebsschnittstellen der Federhauswelle müssen zu Federhaus und Uhrwerk passen. Passungen, Rundlauf und Oberflächen sind festzulegen. Je nach Konstruktion folgen auf den gedrehten Rohling Wärmebehandlung, Schleifen oder Zapfenrollieren.
02Kupplungstrieb — pignon coulant
Der Kupplungstrieb wirkt bei der Auswahl zwischen Aufzug und Zeigerstellung mit. Bohrung, Verzahnung, Kupplungszähne und Gleitflächen müssen gemeinsam betrachtet werden. Zur Herstellung können Décolletage, Verzahnen und auf Reibung sowie Eingriff abgestimmte Endbearbeitungen gehören.
03Sperrrad — rochet
Das Sperrrad gehört zum Aufzug und arbeitet mit der Sperrklinke zusammen. Zahnprofil, Bohrung, Ebenheit und Rundlauf beeinflussen seine Funktion. Die Prozessfolge kann Drehen, Verzahnen und Dekorieren umfassen; Funktionsflächen und sichtbare Flächen benötigen unterschiedliche Abnahmekriterien.
04Achse eines Exzentermobils — axe de mobile excentrique
Exzentrizität und Bezugsachse müssen eindeutig bezeichnet sein. Es ist zu klären, welche Lagerstellen koaxial und welche Flächen absichtlich versetzt sind. Orientierung, Umspannungen und Messverfahren werden anhand der Zeichnung des betreffenden Kalibers bestimmt; die deutsche Bezeichnung beschreibt hier die Funktion.
05Speichenrad — roue à bras
Ein Speichenrad verbindet Zahnkranz, Nabe und Speichen. Deren Geometrie beeinflusst Steifigkeit und Verformung. Das Ausarbeiten der Öffnungen und das Verzahnen ergänzen je nach Zeichnung die Rohlingfertigung. Ebenheit, Konzentrizität und Gratfreiheit sind nach der Finissierung zu prüfen.
06Kronentrieb nach Kaliberzeichnung — pignon de couronne
Die Bezeichnung pignon de couronne muss anhand der Uhrwerkszeichnung eindeutig zugeordnet werden. Zähnezahl, Zahnprofil, Bohrung oder Lagerstellen sowie Prüfbezüge gehören in die Anfrage. Die Bezeichnung darf nicht ohne Zeichnungsabgleich mit einem Kronrad gleichgesetzt werden.
07Sperrklinke — cliquet de rochet
Die Sperrklinke wirkt mit dem Sperrrad als Rücklaufsperre im Aufzug. Kontaktbereich, Lagerung und eine mögliche Federfunktion hängen von der Konstruktion ab. Für diese Bauteilfamilie können Schneiden, Fräsen, Wärmebehandlung und Endbearbeitung wichtiger sein als das Drehen.
08Präzisionsmutter — écrou
Eine Miniaturmutter benötigt ein definiertes Gewinde, eine kontrollierte Auflagefläche und saubere Kanten. Gewindetoleranz, Innengewindeprüfung und Montagewerkzeug sind anzugeben. Bei sichtbaren Uhrwerksmuttern kommen Anforderungen an das Erscheinungsbild zu den Masskriterien hinzu.
09Datumkorrektortrieb — pignon de correcteur de quantième
Der Datumkorrektortrieb gehört zur Datumskorrektur. Verzahnung und Schnittstellen zu den übrigen Rädern und Trieben richten sich nach dem Kaliber. Die Anfrage umfasst Verzahnungsfertigung, Eingriffsspiel, Lagebezüge und die Funktionsprüfung der Baugruppe.
10Schaltrad / Säulenrad — roue à colonne
Das Säulenrad steuert Funktionen des Chronographen. Winkelposition und Profil der Säulen, Höhen und Kontaktflächen sind ausdrücklich festzulegen. Auf das Drehen des Rohlings folgen die für Säulen, Verzahnung und Finissierung erforderlichen Bearbeitungen.
11Unruhreif — serge de balancier
Der Unruhreif bildet den äusseren Teil der Unruh und trägt zu ihrem Trägheitsmoment bei. Materialverteilung, Geometrie und Endzustand nach Bearbeitung sind festzulegen. Je nach Projekt werden Abmessungen, Masse und die Auswuchtung der montierten Unruh geprüft.
12Gewindeträger nach Zeichnung — pied-vis
Ein pied-vis dient je nach Zeichnung zur Befestigung oder Positionierung. Sitz, Absatz, wirksame Länge und Gewinde müssen eindeutig festgelegt sein. Die hier verwendete deutsche Funktionsbeschreibung allein bestimmt weder Passungen und Montage noch die Kompatibilität mit einem Kaliber.